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Wir sind eine Beratungsstelle und ambulanter Hilfsdienst für Menschen mit Behinderung. Unsere Ziele sind es seit 30 Jahren eine selbstbestimmte und unabhängige Lebensweise zu ermöglichen. Seit einigen Jahren ist das Sozialpraktikum hierbei die zweite Säule neben dem Zivildienst.
Unser Team besteht aus vier Einsatzleitern und einer Bürokraft:
Dipl. Sozialpäd. (FH)
Schulbegleitung, Mobile Soziale Hilfsdienste und familienentlastende Dienste
Dipl. Sozialpäd. (FH)
Schulbegleitung, Mobile Soziale Hilfsdienste und familienentlastende Dienste
Dipl. Sozialpäd. (FH)
Studienbegleitung, Arbeitsassistenz, Mobile Soziale Hilfsdienste und familienentlastende Dienste
Dipl. Sozialpäd. (FH), Teamleiterin
Schulbegleitung, Mobile Soziale Hilfsdienste und familienentlastende Dienste
Verwaltung
Sozialpraktikum ist ein Angebot für alle engagierte junge Leute, die zur Überbrückung nach der Schule oder zur beruflichen Orientierung eine interessante, abwechslungsreiche und verantwortungsvolle Aufgabe suchen. Das Sozialpraktikum hat eine Dauer von elf oder zwölf Monaten. Die Praktikantenvergütung beträgt 550,-- brutto, sowie eine Fahrkostenerstattung, zumeist in einer Form einer Monatsfahrkarte, die auch Privat genützt werden kann. In der Regel wird das Kindergeld weiter gewährt.
Hierbei begleitest Du die Kinder und Jugendlichen mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung in Regelschulen. Zu deinen Tätigkeiten gehören z.B.:
Du assistierst einen Studenten mit einer Körperbehinderung im Studium. Hierbei hast du auch die Möglichkeit Einblick in den Studienalltag zu gewinnen. Deine Aufgaben sind z.B.:
Du unterstützt Deinen Kunden an dessen Arbeits- oder Ausbildungsplatz. Dabei kannst Du ein Berufsfeld kennen lernen. Zu deinen Aufgaben gehören unter anderem:
Bei allen Bereichen verhält es sich in der Regel so, dass sie mit Einsätzen im Mobilen Sozialen Hilfsdienst (MSHD) ergänzt werden. Hierbei hilfst Du älteren Menschen bei deren Haushaltsführung, erledigst die Einkäufe, begleitest sie zum Arzt, bei Behördengängen oder leistest ihnen Gesellschaft. Kinder mit Behinderung hilfst Du bei den Hausaufgaben oder unternimmst etwas mit ihnen in der Freizeit.
Unser Sozialpraktikum zählt rechtlich nicht als FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr), wird aber von den meisten Schulen und Fachhochschulen als Vorpraktikum anerkannt. Der VIF ist es leider nicht möglich Wohnraum zur Verfügung zu stellen.
Dann melde Dich doch gleich bei uns!
Kurz vor den Fachabiturprüfungen wurde ich "ganz höflich" zur Musterung beordert. Ich stand vor der Entscheidung, den Studienplatz anzunehmen oder zu riskieren, während der ersten Semester eingezogen zu werden. Ich konnte auch einfach verweigern und mich "freiwillig" für den Zivildienst melden, da der Dienst an der Waffe für mich sowieso nicht in Frage kam. Nach kurzer, aber reiflicher Überlegung kam ich zu dem Entschluss, den sicheren Weg zu nehmen, also den Zivildienst anzutreten. Nun musste ich mir nur noch eine Stelle suchen. Die Frage war, ob ich mir das zutraute, einfach in einer mir fremden Stadt in eine Zivi-WG zu ziehen, um meine kommenden neun Monate als Assistenz einer körperlich behinderten Studentin zu verbringen. Zum Glück habe ich mich richtig entschieden und die Stelle angenommen. Gute zwei Wochen später bin ich für das Vorstellungsgespräch nach München gefahren und habe anschließend die zu betreuende Studentin kennengelernt. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Also habe ich meine sieben Sachen gepackt und bin nach München in eine WG mit zwei weiteren Zivis gezogen. Insgesamt waren wir rund 60 Zivis bei der VIF. Deshalb war außerhalb der Dienstzeit immer irgendwo etwas los. Entweder fand in irgendeiner der vielen WGs eine Fete statt oder wir sind in einem Zivi-Rudel losgezogen, um das Münchener Nachtleben zu erkunden.
Man fragt sich natürlich, wie sich diese ganze Sache finanziert. Um die Miete musste ich mir keine Sorgen machen, die wurde jeden Monat zusätzlich zum Sold mit überwiesen. Mit meinem Gehalt kam ich ganz gut zurecht. An den Kohlen hat es sozusagen nicht gemangelt.
Anfangs war ich, wie jeder der Zivis, skeptisch, ob und vor allem wie ich diese Zeit mit der mir übertragenen Verantwortung überhaupt überstehen werde. Aber schon nach ein paar Wochen wurden mir diese anfänglichen Ängste durch die freundliche und aufgeschlossene Art meiner zu betreuenden Studentin genommen, und ich konnte die Zeit als Zivi in vollen Zügen genießen. Mein Arbeitstag sah in etwa wie folgt aus: Ich holte meine gehbehinderte Studentin in ihrer Wohnung ab, brachte sie in die Uni, schrieb in den Vorlesungen für sie mit, erledigte den schriftlichen Teil bei Prüfungen (sie diktierte mir natürlich die Antworten), unterstütze sie beim Essen ....
Wenn Probleme auftauchen, die Einsatzleitung steht jedem Zivi mit Rat und Tat zur Seite. In dieser Hinsicht muss man sich überhaupt keine Gedanken bzw. Sorgen machen. Im Nachhinein kann ich besten Gewissens sagen, dass es in jedem Fall der richtige Weg war, den Zivildienst bei bzw. über die VIF abzuleisten. Ich habe die "normale" Unsicherheit gegenüber Behinderten abgelegt und gelernt, wie man mit pflegebedürftigen Menschen umgeht. Nun kann ich mir vorstellen, was manchmal in ihnen vorgeht. Kurz gesagt hatte ich nicht das Gefühl, meine Zeit als Zivi nur "abgesessen" zu haben, stattdessen habe ich persönlich sehr viel davon profitiert. Es war wirklich eine spannende Zeit und die Erfahrungen, die ich während, aber auch außerhalb der Dienstzeit machen durfte, möchte ich auf keinen Fall missen.
Simon, Zivildienstleistender
Ich habe am 01. Oktober 2009 mit meinem Sozialpraktikum bei der Vereinigung Integrationsförderung angefangen. Meine "Hauptaufgabe" ist es, ein Studentin, die MS (Multiple Sklerose) hat, während ihrem Studium zu begleiten. Ich schreibe für sie während den Vorlesungen mit und lese ihr falls nötig was vor. Nebenher habe ich auch noch andere Kunden gehabt. Die Aufgaben die ich dort zu erfüllen hatte, waren ganz unterschiedlich. Ich war regelmäßig bei einem blinden Mädchen mit dem ich hauptsächlich zum Schwimmen gegangen bin oder zum Kinderturnen. Aber auch Haushaltseinsätze gehörten dazu. Hier musste ich meistens Einkaufen oder saugen. Für uns SozialpraktikantInnen sind die Einsatzleiter die ersten Ansprechpartner gewesen, die auch immer ein offenes Ohr für unsere Sorgen hatten. Meistens war so die Umsetzung unserer Wünsche kein Problem. Unsere Einsatzleiter waren sehr bemüht, dass sich unsere Kunden, aber auch vor allem wir uns während den Einsätzen wohl fühlten. Auch wenn ich im Büro war, weil z.B. ein Einsatz ausgefallen ist, erkundigte man sich immer, wie es mir geht und ob alles ok ist. Das Interesse an meiner Person und die Bemühungen meine Wünsche zu erfüllen zeigte mir, wie wichtig meine Arbeit ist. Einmal im Monat wurde ein Sozialpraktikantentreffen geplant, in dem man vor allem über seine Probleme mit Kunden gesprochen hat. Aber auch einen Einblick in die Arbeit der Einsatzleiter bekam. Außerdem haben wir ein paar Referenten, unter anderem zum Thema "Sterbebegleitung", gehört und uns Einrichtungen in München angeschaut. Das einzige, was mich persönlich ein bisschen gestört hat, war die Zeit, in der meine Studentin Semesterferien hatte. In dieser Zeit hatte ich sehr viele Einsätze bei für mich noch fremden Kunden. Ich wusste also nie, was mich erwartete, und daher war es für mich auch eine sehr stressige Zeit. Insgesamt hat mir das Sozialpraktikum jedoch sehr viel gebracht. Ich habe für mich gemerkt, dass ich in meinem späteren Beruf vor allem mit Kindern und Jugendlichen arbeiten möchte, da mir vor allem diese Einsätze besonders viel Spaß gemacht haben. Noch wichtiger für mich war jedoch die Erkenntnis, dass ich einen Beruf haben möchte, in dem ich vor allem mit Menschen viel Kontakt habe und in dem ich Menschen helfen kann.
Annika, Sozialpraktikantin
Ich bin Bianca und habe 2009/2010 für ein Jahr bei der Vereinigung Integrationsförderung e.V. ein befristetes Sozialpraktikum gemacht. Am Anfang hatte ich schon ein wenig Angst, da es das erste Mal war, dass ich mich alleine um ein behindertes Kind kümmern sollte, aber das war schnell vergessen als ich die Familie von Mario, einem damals zwölfjährigen Kind mit Down-Syndrom, kennen lernte. Die haben mich so herzlich empfangen und waren überglücklich wieder eine Begleitung für Mario zu haben. Auch das ganze Jahr über sind wir super miteinander ausgekommen und haben uns gegenseitig immer geholfen und auch gerne Ratschläge vom anderen angenommen. Letzteres fand ich auch in der VIF bemerkenswert. Man rutscht zwar mehr oder weniger als Laie in das ganze hinein, wird stets aber ernst genommen. Nun zurück zu "meinem" Kind Mario! Nachdem er mich schon am ersten Tag gefragt hatte, ob er mich mal zum Kaffeetrinken ausführen darf, wusste ich, dass wir gut miteinander auskommen würden. Auch wenn es natürlich manchmal zu kleinen Reibereien kam, weil die "blöde Bianca" nicht verstehen wollte, dass die Pause solange geht wie Mario das will und nicht wieder Schulgong es will, hat sich mein Eindruck bestätigt. Also habe ich Mario ein ganzes Jahr durch den Schulalltag begleitet und ihm geholfen, wo immer er mich gebraucht hat. Konkret sah das so aus, dass ich anfangs, bis er sich an die neue Schule gewöhnt hat und selbstständiger wurde, neben ihm in einer Bank saß. Hier habe ich darauf geachtet, dass er im Unterricht aufpasst. Außerdem habe ich für Mario Hefteinträge zu Ende geschrieben, wenn er doch mal nicht ganz mitgekommen ist, Was aber gar nicht störend war, da man sich wieder in alte Zeiten zurückversetzt fühlte, in denen es noch wichtig war, einen schönen Eintrag abzuliefern ;-)
Darüber hinaus unterstützte ich Mario im Sportunterricht, weil er nicht alles so umsetzten konnte wie die anderen Kinder. Mit ein paar Tipps der Sportlehrer haben wir sogar geschafft, seine Leistung zu verbessern, was einen irgendwie stolz macht. Neben einer Menge Spaß, die ich mit Mario und seiner Klasse erleben durfte, habe ich gelernt, viel geduldiger zu sein, bzw. überhaupt Geduld zu zeigen, was immens wichtig ist — und zwar nicht nur für das Sozialpraktikum! Außerdem habe ich mich selbst besser kennen gelernt und weiß jetzt, was ich will und wie ich aus meinen Schwächen Stärken machen kann. Letztendlich empfehle ich jedem, ob männlich oder weiblich, so ein Sozialpraktikum.
Bianca, Sozialpraktikantin
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